Stellungnahme

Stellungnahme der Initiative „Brechi-bleibt“ zum Abriss des Steinbrechers in Pleiserhohn

Am 13. Mai wurde der historische Steinbrecher in Pleiserhohn durch den Rhein-Sieg-Kreis abgerissen, obwohl weder die Frage der historischen Bedeutung geklärt ist, noch den Anwohnern und Interessierten der Initiative die Chance gegeben wurde das Angebot eines Kaufs zu prüfen.
Stattdessen wurde der Abrissbagger zeitgleich mit der Pressemitteilung rausgeschickt, damit niemand die Chance hat zu reagieren und Fakten geschaffen werden.

Zum Angebot des Rhein-Sieg-Kreises, den Brecher für einen Euro zu verkaufen, gab es Anfang April ein Gespräch mit dem fachlichen Projektleiter der Chance7. In diesem Gespräch wurde zugesichert, dass der Rhein-Sieg-Kreis ein Denkmalschutzgutachten sowie ein TÜV-Gutachten zu notwendigen Verkehrssicherungsmaßnahmen erstellt und diese der Initiative zur Verfügung stellt, damit diese prüfen kann, ob die Übernahme der Verantwortung zu leisten ist.
In der Zwischenzeit werde von einem Abriss abgesehen, wurde in dem Gespräch zugesichert.

Natürlich gab es in der Zwischenzeit viele Gespräche wie eine Übernahme erfolgen kann, aber vereinbarungsgemäß wurden die Gutachten abgewartet, da natürlich insbesondere die zu erwartenden Kosten für Verkehrssicherungsmaßnahmen ein höchstrelevantes Entscheidungskriterium gewesen wären.

Dass der Rhein-Sieg-Kreis dies nun so hinstellt, als hätten sich keine Interessenten gemeldet, ist schlichtweg falsch.

Der Steinbrecher stand für die Geschichte des früheren Basaltabbaus in Pleiserhohn und war Mahnmal des zweiten Weltkriegs. Seine zahlreichen Einschusslöcher erinnerten eindrucksvoll an diese Zeit und waren einmalig im Bereich des ganzen Brückenkopfes Remagen.
Durch die jetzt durchgeführten Abbruchmaßnahmen kann leider weder auf die Ergebnisse der noch ausstehenden Denkmalschutzprüfung Rücksicht genommen werden, noch ist eine Erhaltung durch die interessierten Anwohner möglich.

Durch die Rodung des Waldes um den Brecher herum durch Chance7, wurde der ehemals geheimnisvoll hinter Bäumen verborgene Brecher aus seiner Deckung gerissen und mit Baustellenzäunen, für jedermann sichtbar, abgesperrt.
Diese Situation hat leider zweimal unbekannte Chaoten dazu herausgefordert, den Bauzaun umzuschmeißen und zu beschädigen.

Dieses Vorgehen war nicht im Sinne der Initiative „Brechi-bleibt“, wir verurteilen diese sinnlose Sachbeschädigung, die nun dem Rhein-Sieg-Kreis einen weiteren Vorwand lieferte, hier Fakten zu schaffen.

Abschließend kann man nur sagen, hier wurde ein Stück Geschichte und der Ruf des aus Steuermitteln geförderten Projektes Chance 7 nachhaltig zerstört – das ist in unseren Augen das Gegenteil von Bürgerdialog vor Ort…

Presselinks zum Abriss:

Kritik an Vorgehen: Der Steinbrecher in Pleiserhohn wurde abgerissen im General Anzeiger

Kommentar zum Abriss des Steinbrechers:Rabiates Vorgehen im General Anzeiger

Ein Unding“ Proteste gegen Steinbrecher-Abriss in Königswinter-Pleiserhohn in der Bonner Rundschau

Projekt „Chance 7“ Kritik an geplantem Abriss des Steinbrechers im Eisbachtal im Rhein-Sieg-Anzeiger

Königswinter-Pleiserhohn: Reste der Steinbrecher-Ruine werden abgerissen auf Honnef-heute


UPDATE vom 13.5.2020

Anfang April fand ein ausführliches Telefonat mit dem Projektleiter der Initiative Herrn Rothenwoehrer und Jonathan Schreyer von der Initiative berich-bleibt zum weiteren Vorgehen statt.
In diesem Gespräch wurde vereinbart, das der Kreis bzw. das Projekt aktuell zwei Gutachten einholt:
-Gutachten zur historischen Bedeutung des Brechers (Denkmalschutz)
-Gutachten zur erforderlichen Verkehrssicherung durch den TÜV
Sobald diese Gutachten vorliegen sollte ein Gespräch mit der Initiative anberaumt werden um einen potentiellen Verkauf des Brechers zu besprechen, bis dahin wurde zugesagt keinen Abriss durchzuführen.

Bis heute gab es keine weitere Kommunikation zu dem Thema, leider wurde aber der Bauzaun des Rhein-Sieg-Kreis mehrfach durch Unbekannte zerstört.
Heute wurde in Presse (https://honnef-heute.de/koenigswinter-pleiserhohn-reste-der-steinbrecher-ruine-werden-abgerissen/) und Radio kommuniziert, das der Abriss heute beginnen soll.

So ärgerlich die Bauzaun Zerstörung durch Unbekannte an der Stelle ist, haben wir keinerlei Verständnis wieso jetzt hier Fakten geschaffen werden sollen ohne die Anwohner einzubeziehen, obwohl dies zugesagt wurde und die Kontaktdaten bekannt waren.

Weitere Infos folgen…

Unsere Aktion hat innerhalb von wenigen Stunden/Tagen zu erstaunlicher Aufmerksamkeit und Beteiligung geführt.

Am 9.3. wurde das Thema per Eilantrag von CDU & Köwi im Hauptausschuss der Stadt Königswinter besprochen.
Die fehlende Einbindung der Bürger und des Umweltausschusses der Stadt wurden bemängelt und das Projekt wurde aufgefordert die Abrissmaßnahmen zu stoppen bis eine Klärung der historischen Sachverhalte über den alten Steinbrecher durchgeführt wurde. Der Kreis unterbreitete außerdem das Angebot das Gelände mit dem alten Steinbrecher für 1 € zu erwerben.

Am Sonntag den 8. März trafen sich interessierte am Brecher, hier gehts zum Bericht & Fotos

Ärger um Maßnahme am „Steinbrecher“ in der Bonner Rundschau vom 10.3.

Unter diesem Motto wehren sich engagierte Bürger aus Pleiserhohn und Umgebung gegen die rabiate Umgestaltung des hiesigen Lebensraums. Ohne entsprechende Bürgerbeteiligung wurde hier im Rahmen des Projektes Chance 7 zu Werk gegangen

Nachdem mit der Kettensäge bereits erste Fakten geschaffen wurden, verkündet die Initiative jetzt auf Ihrer Website www.chance7.org : 

Optimierung von Lebensräumen im Eisbachtal” 

Wir fragen uns: 

  • Wieso muss eine intakte Natur mit gesunden Mischwaldbeständen, Wiesen, Tieren und Obstbäumen am idyllischen Eisbach optimiert werden? 
  • Auch der Angelverein der seit Jahren die beiden Teiche auf dem Gelände bewirtschaftet ist in Sorge, da bereits angekündigt wurde das auch an den Teichen umgestaltet werden soll. Wir hoffen sehr das hier eine Lösung gefunden werden kann die es auch zukünftig ermöglicht, das wir unseren Kindern beim Angeln den Kontakt mit der Natur nahe bringen können.
  • Der Brecher ist eine Ruine – bis vor kurzem durch Bäume und Büsche gut im Wald versteckt. Für Spaziergänger eine romantische Kulisse, für unsere Kinder ein märchenhafter Ort, ein Abenteuer, für die umliegenden Dörfer ein Wahrzeichen und für Fledermäuse ein Unterschlupf. Er steht seit langer Zeit dort und trägt die Spuren dieser Landschaft. Nun wurde er für den Abbruch „freigelegt“ – alte Bäume gefällt, Büsche gekappt, und sicherlich viele Tiere und Pflanzen entweder getötet oder vertrieben.  
  • Auch die historische Bedeutung des „Brechers“ wurde bisher nicht bedacht, dieses Gebäude ist das am stärksten durch Beschuss im zweiten Weltkrieg beschädigte, aber noch erhaltene Gebäude im ganzen Brückenkopf Remagen.
  • Warum spricht man vor einem Vorhaben solcher Tragweite nicht einmal vorher mit den betroffenen Bürgern?  

Wir sind sicher das die Verantwortlichen des Chance7 Projektes hier ein gut überlegtes Ziel verfolgen und möchten das Projekt keinesfalls ins Summe kritisieren.
Das konkrete Vorgehen in diesem Fall können wir aber nicht akzeptieren und ohne vorherigen Dialog, um die Akzeptanz in der Bevölkerung sicherzustellen, macht so eine Maßnahme aus unserer Sicht grundsätzlich wenig Sinn.

Auch wenn wir wissen das 15 Mio € Fördergelder des Bundes nicht einfach für andere sinnvolle Zwecke umgewidmet werden können, wir würden uns wünschen, dass der Rhein-Sieg Kreis Maßnahmen bei uns vor Ort im Dialog mit uns Bürger umsetzt und vielleicht auch nicht nur bei landschaftlichen Naturschutzmaßnahmen, sondern auch beim aktiven Naturschutz per ÖPNV an uns denkt.

Ein Buslinie für Pleiserhohn, das wäre mal eine sinnvolle Maßnahme

Wir bieten wir gerne an, dass unsere wunderschöne (und bereits barrierefreie) Bushaltestelle in Pleiserhohn für echten Buslinienverkehr genutzt werden könnte. Nachdem vor Jahren der Busverkehr über Pleiserhohn eingestellt wurde, sind wir mangels gesicherter Fuß- oder Radwege ohne Auto leider aufgeschmissen. Da wohnen wir jetzt hier im schönen Pleeser Land und trotzdem lernen unsere Kinder jetzt als Verkehrsmittel nur das Auto kennen, weil Radwege und ÖPNV für uns nicht verfügbar sind. 

Deswegen lieber Rhein-Sieg-Kreis, nehmt Euch ein Herz, macht die Natur hier vor Ort für Mensch und Tier gleichermaßen attraktiv und vergesst dabei nicht den öffentlichen Nahverkehr…

Du möchtest uns und unser Anliegen unterstützen? 

Dann melde Dich bei den Verantwortlichen und fordere Dein Recht auf aktive Bürgerbeteiligung ein. Hier ein paar Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme: 

Unterstütze uns mit deiner Unterschrift für unsere Online Petition bei change.org

Toll wäre auch wenn Ihr diese Seite bei facebook posten könntet. Bitte verwendet den Hashtag #brechibleibt dann kann man Euren Post auch hier sehen: https://www.facebook.com/hashtag/brechibleibt